Hilfe beim Arzt

Frau beim Arzt Bei Schlafstörungen rechtzeitig zum Arzt gehen.

Jeder kennt es: In der Zeit vor einer wichtigen Prüfung, einer längeren Reise oder einer Operation ist an Schlaf nicht zu denken. Normalerweise legt sich das Problem nach kurzer Zeit wieder. Wenn die Schlafstörungen allerdings häufiger auftreten und der Schlaf nicht mehr für die nötige Erholung sorgt, ist ein Arztbesuch ratsam. Gut zu wissen: Mit fortschreitendem Alter können die Probleme zunehmen, da der Körper weniger Melatonin (Schlafhormon) produziert.

Schlafstörungen: Diagnose beim Arzt

Bei Schlafproblemen ist Ihr Hausarzt der erste Ansprechpartner. Durch eine gezielte Befragung kann er in der Regel bereits die vorliegende Form der Schlafstörung und mögliche Ursachen ermitteln. Im Rahmen dieser Anamnese können z. B. folgende Fragen gestellt werden:

  • Seit wann leiden Sie an Schlafstörungen und wie häufig treten sie auf?
  • Wie genau äußern sich die Beschwerden (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen etc.)?
  • Wie fühlen Sie sich tagsüber (Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung, Reizbarkeit, Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit, Konzentration etc.)?
  • Wann gehen Sie abends zu Bett, wann stehen Sie auf und wie lange schlafen Sie normalerweise?
  • Machen Sie sich viele Sorgen um Ihren Schlaf?
  • Nehmen Sie Schlafmittel ein? Wenn ja, welche?
  • Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?
  • Liegen Grunderkrankungen vor?

Im Einzelfall können weitergehende Untersuchungen bzw. eine Überweisung zum Schlafmediziner erforderlich sein. Nachdem die Diagnose gestellt ist, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen die geeigneten Möglichkeiten zur Behandlung.

Schlafmittel auf Rezept

Je nach Art und Ausmaß der Beschwerden kann Ihr Arzt verschiedene Schlafmittel verordnen, die über einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus verfügen. Einige Wirkstoffe wie z. B. die Benzodiazepine sind mit einem hohen Suchtpotenzial verbunden und dürfen nur über einen sehr beschränkten Zeitraum angewendet werden. Ein häufiges Problem ist auch die Tagesmüdigkeit, die durch viele Schlafmittel ausgelöst werden kann. Für ausgewählte Patienten kann hier ein Schlafmittel auf Basis von retardiertem Melatonin (Melatonin = körpereigenes Schlafhormon) eine gut verträgliche Alternative sein, um den Schlaf auf natürliche Weise zu regulieren.

Wichtig: Zugelassene und in ihrer Wirksamkeit klinisch geprüfte Melatonin-Präparate sind in Deutschland verschreibungspflichtig und unterliegen strengen Qualitätskriterien. Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin sind in Deutschland verboten – daher ist es äußerst ratsam, die Finger von zwielichtigen Internetquellen zu lassen.

Schlafmittel im Überblick

Chemisch-synthetische Schlafmittel:
  • Benzodiazepine (z. B. Lormetazepan, Brotizolam, Temazepam) oder Benzodiazepin-ähnliche Wirkstoffe (z. B. Zopiclon).
    Wichtige Hinweise: Hohes Suchtpotenzial, Anwendung i. d. R. nur für drei bis vier Wochen empfohlen.
  • Sedierende Antidepressiva (z. B. Mirtazapin, Trimipramin, Doxepin)
    Wichtige Hinweise: Oft mit Sedierung während des Tages verbunden, kann z. B. Fahrtauglichkeit einschränken. Des Weiteren z. B. auch kardiovaskuläre Nebenwirkungen möglich.
  • Weitere Wirkstoffgruppen: Neuroleptika/Antipsychotika, Antihistaminika
Förderung des Schlafs auf natürlichem Wege:
  • Retardiertes Melatonin
    • Melatonin ist ein körpereigener Botenstoff, der den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert und daher auch als „Schlafhormon“ bezeichnet wird.
    • Bei bestimmten Schlafstörungen kann der Arzt Melatonin als Arzneimittel (retardiertes Melatonin) verordnen.
    • Sehr gute Verträglichkeit im Vergleich zu herkömmlichen chemisch-synthetischen Wirkstoffen, längerfristige Anwendung über bis zu 13 Wochen möglich.
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