Schlafstörungen − was tun?

Wecker und Frau im Bett Was hilft gegen Schlafstörungen? Eine gezielte Behandlung ist wichtig.

Wenn Sie abends immer wieder schlecht in den Schlaf finden, nachts häufig wachliegen oder morgens „wie gerädert“ aufwachen, ist wirksame Hilfe gefragt. Grundsätzlich stellen einige einfache Verhaltensregeln zur Schlafhygiene eine wichtige Basis dar. Darüber hinaus stehen heute wirksame Mittel zur medikamentösen Behandlung zur Verfügung, die dabei helfen können, Schlafstörungen in den Griff zu bekommen.

Nehmen Sie häufige Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter und suchen Sie sich Hilfe beim Arzt . So können die Ursachen festgestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Wichtig zu wissen: Schlafprobleme nehmen mit fortschreitendem Alter oft zu, da weniger Melatonin (Schlafhormon) produziert wird – umso wichtiger ist es, frühzeitig aktiv zu werden.

Hilfe bei Schlafstörungen:
Schlafhygiene & Schlafumgebung als Basis

Was tun bei Schlafstörungen? Im ersten Schritt sollten Sie Ihre Schlafgewohnheiten und Ihr Schlafzimmer unter die Lupe nehmen: Möglicherweise lauern hier Schlafräuber, die sich einfach und schnell ausschalten lassen:

Schlafhygiene:

  • Gehen Sie abends nur ins Bett, wenn Sie müde sind.
  • Stehen Sie morgens immer zur gleichen Zeit auf – auch am Wochenende.
  • Verzichten Sie auf einen Mittagsschlaf.
  • Ein persönliches Abendritual kann dabei helfen, abzuschalten.
  • Benutzen Sie das Bett nur zum Schlafen.
  • Trinken Sie ab dem Nachmittag keine anregenden Getränke (z. B. Kaffee, Schwarztee, Cola).
  • Vermeiden Sie üppige Abendmahlzeiten.
  • Meiden Sie Alkohol und Nikotin.

Schlafumgebung:

  • Das Schlafzimmer sollte ruhig, gut gelüftet und gut abzudunkeln sein (z. B. durch lichtundurchlässige Vorhänge).
  • Die Zimmertemperatur sollte bei ca. 14-18 Grad Celsius liegen.
  • Das Bett sollte bequem und die Decke der Jahreszeit angemessen sein.
  • Verbannen Sie elektronische Geräte wie TV, Computer und Telefon aus dem Schlafzimmer.
Tipp: Viele Betroffene profitieren von einem konsequenten Stressabbau und dem Erlernen von Entspannungstechniken (z. B. Yoga, Progressive Muskelentspannung). So können vor allem regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen vor dem Zubettgehen positive Effekte haben.

Medikamente gegen Schlafstörungen

Zur medikamentösen Behandlung von Schlafstörungen stehen heute verschiedene Schlafmittel zur Verfügung. Pflanzliche Mittel auf Basis von Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume können vor allem bei sehr leichten Schlafstörungen sinnvoll sein. Bei ausgeprägteren Beschwerden kommen zumeist rezeptpflichtige chemisch-synthetische Medikamente zum Einsatz. Die sogenannten Benzodiazepine „erzwingen“ den Schlaf allerdings und sind mit einem erhöhten Suchtpotenzial verbunden. In bestimmten Fällen bietet hier der natürliche Wirkstoff Melatonin (körpereigenes Schlafhormon) eine gute Alternative, um den biologischen Schlafrhythmus zu regulieren. Heute stehen spezielle Melatonin-Präparate zur Verfügung, die die retardierte Form von Melatonin enthalten und vom Arzt verordnet werden können.

Wichtig: Zugelassene und in ihrer Wirksamkeit klinisch geprüfte Melatonin-Präparate sind in Deutschland verschreibungspflichtig und unterliegen strengen Qualitätskriterien. Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin sind in Deutschland verboten – daher ist es äußerst ratsam, die Finger von zwielichtigen Internetquellen zu lassen.

Welche Wirkstoffgruppen im Einzelnen infrage kommen, hängt unter anderem von der Art und der Schwere der Beschwerden sowie vom Alter des Patienten ab.

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